Deutsch-Französische Freundschaft
Longué-Jumelles ist seit dem 15.10.1976 Partnerstadt von Sinsheim. Sie hat rund 6.900 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) und liegt im Nordosten des Départements Maine-et-Loire in der Region Pays de la Loire. Die Gemeinde wird vom Fluss Lathan durchflossen. Das Gemeindegebiet ist Bestandteil des Regionalen Naturparks Loire-Anjou-Touraine. Saumur ist die nächst größere Stadt und liegt rund 15 Kilometer südlich von Longué-Jumelles. Sinsheim und Longué-Jumelles sind ca. 720 km (Luftlinie) von einander entfernt.
50 Jahre Städtepartnerschaft mit Longué-Jumelles und Sinsheim
Zeichen der Freundschaft und europäischen Verbundenheit
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Longué-Jumelles und Sinsheim fand vom 13.05.2026 bis 17.05.2026 ein offizieller Partnerschaftsaustausch statt. Der Austausch stand ganz im Zeichen der gelebten Freundschaft, des kulturellen Austauschs und der europäischen Zusammenarbeit.
Die Städtepartnerschaft besteht seit dem 15.10.1976 und hat sich seitdem zu einem wichtigen Symbol der internationalen Verständigung entwickelt. Zahlreiche Begegnungen, gemeinsame Projekte und persönliche Freundschaften prägen die Verbindung bis heute.
Anlässlich des Jubiläums reisten rund 80 französische Gäste, darunter 23 Schüler mit nach Sinsheim. Am Mittwochabend wurden die französischen Gäste von ihren deutschen Gastfamilien im Wilhelmi-Gymnasium Sinsheim durch Hauptamtsleiter Marco Fulgner sowie der Vorsitzenden des Longué-Komitees Jutta Münz begrüßt und von ihren Gastfamilien herzlich empfangen. Sehr erfreulich war, dass sich auch in diesem Jahr wieder neue Gastgeber gefunden haben. Am Donnerstag stand ein Tag in den Gastfamilien auf dem Programm. Einige nutzen die Gelegenheit und besuchten den Sinsheimer Fohlenmarkt oder das Technik-Museum. Am Freitag machten sich die deutschen Gastgeber mit ihren französischen Gästen auf den Weg nach Schwetzingen zu einer Schloss- und Gartenführung mit anschließendem Besuch einer Brauerei in Plankstadt. Höhepunkt war der Festabend zum 50-jährigen Jubiläum in der Dr.-Sieber-Halle, bei welchem die städtepartnerschaftlichen Freundschaften weiter vertieft und gebührend gefeiert wurden. Der Abend war bunt und vielfältig. Neben den obligatorischen Festreden und den kulinarischen Genüssen, standen Ehrungen, eine Fotoausstellung, Auftritte des Chors Vokalensemble, der Band Capri Olé sowie von zwei Hip-Hop-Gruppen des Tanzsportclubs Sunnisheim auf dem Programm.
Ein herzliches Dankeschön ging an alle Beteiligten, welche diesen Abend zu einem besonderen und unvergesslichen Ereignis machten. Oberbürgermeister Marco Siesing betonte in seiner Begrüßungsrede, dass die beiden Städte mehr als nur eine offizielle Partnerschaft verbindet. Es sind die persönlichen Begegnungen, das gegenseitige Verständnis und Miteinander, gepaart mit den gemeinsamen Werten, die diese Freundschaft so besonders machen. „Europa lebt von Vielfalt — und gleichzeitig von Vertrauen und Zusammenhalt.“
Nach mehr als 25 Jahren konnte Herr OB Siesing auch mitteilen, dass diese Gelegenheit auch dazu genutzt wurde sich im Vorsitz des Longué-Komitees neu aufzustellen. Die Nachfolge von Frau Jutta Münz trat Herr Harald Wohl an.
Die jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit und das außerordentliche Engagement von Frau Münz wurde mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg gewürdigt. Bei der Verleihung wies Herr OB Siesing darauf hin, wie wichtig ein solches Engagement auch für den Fortbestand einer solchen Städtepartnerschaft ist.
Am Samstag fand, als abschließender Programmpunkt, ein gemeinsamer Ausflug in das Salzbergwerk nach Bad Friedrichshall statt, um anschließend den Tag zur freien Verfügung im gemeinsamen Miteinander zu gestalten. Bereits am frühen Sonntagmorgen machten sich unsere französischen Freunde auf die rund 12-stündige Fahrt nach zurück nach Longué.
Erwähnenswert ist ebenso, dass eine sechsköpfige Delegation der ungarischen Partnerstadt (Barcs) ebenfalls von Mittwoch bis Sonntag anreiste, um das 50-jährige Jubiläum gemeinsam zu feiern.
Das Partnerschaftswochenende hat erneut gezeigt, wie wichtig, gerade in Zeiten großer Herausforderungen in Europa und der Welt, gegenseitiges Verständnis, Respekt und Zusammenarbeit sind. Gerade in Zeiten, die von geopolitischen Spannungen und globalen Krisen geprägt sind, sind unsere Städteverbindungen wichtiger denn je. Sie sind das schlagende Herz eines vereinten Europas und einer vernetzten Welt. Sie machen Weltpolitik greifbar und menschlich. Wichtig ist diese Brücken nicht nur instand halten, sondern sie weiter ausbauen – für eine Zukunft, in der wir nicht übereinander reden, sondern miteinander handeln.
Abschließend geht ein herzlicher Dank auch an den deutsch-französischen Bürgerfonds, der den Austausch finanziell unterstützt hat. Für 2027 ist bereits ein Besuch der deutschen Freunde in Longué geplant, bei welchem das 50-jährige in Frankreich „nachgefeiert“ wird.
Deutsch-Französischer Bürgerfonds
Das deutsch-französische Städtepartnerschaftswochenende wurde durch den deutsch-französichen Bürgerfonds unterstützt. Dieser berät, finanziert und vernetzt Projekte, die dies deutsch-französischeFreundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen. Er fördert eine Vielzahl an Formaten und Themen, ist niedrigschwellig und steht allen Akteuren der Zivilgesellschaft offen.
Der Bürgerfonds geht auf den im Jahr 2019 zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Vertrag von Aachen zurück und wurde im April 2020 errichtet. Er wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) umgesetzt und wird zu gleichen Teilen von der Bundesregierung und der französischen Regierung finanziert.



