Schutz vor Fressfeinden
Fallenjagd als Beitrag zum Schutz von Rebhuhn, Fasan und Feldhase
Dem ein oder anderen Spaziergänger sind die speziell gekennzeichneten Betonrohre oder Kästen in der Landschaft möglicherweise schon aufgefallen: Auf mehreren Sinsheimer Gemarkungen werden von den örtlichen Jagdpächtern seit einigen Wochen sogenannte „Krefelder Fuchsfallen“ eingesetzt. Damit werden vor allem Füchse, aber auch Marder und der invasive Waschbär bejagt.
Eine große Zahl von Fressfeinden ist ein Grund dafür, dass charakteristische Bewohner unserer Feldflur - hierzu zählen beispielsweise Feldhasen, Fasane oder das stark gefährdete Rebhuhn - in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck geraten sind. Insbesondere Vogelarten, die am Boden brüten und ihre Jungen aufziehen, sind von Fressfeinden bedroht.
Die Bestandszahlen bei Rebhuhn und Fasan sind durch verschiedene Faktoren seit Jahrzehnten stark rückläufig. Die Hauptursachen liegen im Verlust geeigneter Lebensräume und dem abnehmenden Nahrungsangebot. Bis vor einigen Jahrzehnten war die Feldflur auch im Kraichgau kleinteiliger aufgebaut und zu großen Teilen extensiv bewirtschaftet. Dies hat sich durch Umstrukturierungen in der Landwirtschaft und die Flurbereinigung grundlegend geändert. Dadurch gibt es auch deutlich weniger Insekten, die eine entscheidende Nahrungsgrundlage bilden. Rebhuhnküken ernähren sich in den ersten Wochen fast ausschließlich von Insekten und benötigen Deckung, um vor der Witterung und Fressfeinden geschützt zu sein.
Zum Schutz der Nester und damit zum Bruterfolg kann eine gezielte Regulierung von Fuchs, Waschbär und Co. besonders beim Rebhuhn einen wichtigen Beitrag leisten. Die Tiere werden in der Falle lebend gefangen. Sobald die Falle ausgelöst hat, erhält der zuständige Jäger einen Alarm auf sein Handy, und muss die Falle dann unverzüglich aufsuchen, um das gefangene Tier zu entnehmen. Die Fallenjagd bedeutet einen erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand für die Jäger, den diese im Sinne des Naturschutzes auf sich nehmen. Die Stadt Sinsheim hat ihre Jagdpächter bei der Anschaffung der Fallen mit einem Förderbetrag von insgesamt rund 5.000 Euro unterstützt.
Vor allem gilt es jedoch, wieder strukturreiche Lebensräume in der Feldflur zu schaffen, die Nahrung und Deckung bieten und die Kükenaufzucht ermöglichen. Die in Sinsheim laufende Biotopverbundplanung soll einen besonderen Fokus auf Lebensraumschaffung und -verbesserung für Feldvögel wie das Rebhuhn legen. Es ist ein Ziel der Stadtverwaltung, in den kommenden Jahren auf ihren Flächen geeignete Biotopverbundmaßnahmen umzusetzen und damit einen Beitrag zu einer artenreichen und lebendigen Feldflur zu leisten.



