Spielplatzkonzeption
Statement des Oberbürgermeisters
Sinsheim ordnet die Spielplätze neu – nicht aus Spargründen, sondern wegen steigender Sicherheitsanforderungen und begrenzter Personalkapazitäten. Ziel ist: Weniger Standorte, dafür bessere Qualität.
Alle Entscheidungen erfolgen transparent und gemeinsam mit den Ortsteilen.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Diskussion um unsere Spielplätze ist wichtig. Deshalb möchte ich die Gründe für den aktuellen Vorschlag hier einmal umfassend und transparent erklären:
Es geht nicht nur ums Geld – es geht vor allem um Personal und Sicherheit.
Sinsheim verfügt über insgesamt 76 Spielplätze – das ist eine sehr hohe Zahl für eine Stadt unserer Größe.
Für jeden einzelnen Platz werden regelmäßige Kontrollen sowie halbjährliche und jährliche Sicherheitsprüfungen vorgeschrieben – mit modernen Verfahren, die höchste Sicherheit gewährleisten.
Diese Anforderungen an Bürokratie und Dokumentation werden bundesweit immer strenger und aufwendiger. Das bedeutet einen enormen personellen Aufwand, den wir unter den heutigen Bedingungen kaum noch stemmen können. Zumal auch unsere vielen lieb gewonnenen Feste inzwischen intensiv abgesichert werden müssen. Dieses Personal können wir nicht doppelt einsetzen.
Qualität statt Quantität: Weniger, aber bessere Spielplätze.
Wir wollen künftig weniger, dafür aber attraktivere und besser ausgestattete Spielplätze anbieten.
Wichtig ist uns dabei, dass weiterhin wohnortnahe Angebote bestehen – in einem Radius von etwa 600 Metern bzw. 8 Minuten Fußweg.
Spielplätze, die kaum genutzt werden, ungünstig liegen oder nicht sinnvoll weiterentwickelt werden können, sollen entfallen – allerdings erst dann, wenn sie sanierungsbedürftig werden. Bis dahin bleiben sie selbstverständlich bestehen.
Die frei werdenden Kapazitäten fließen gezielt in die verbleibenden Standorte.
Zu den Kosten:
Ja, es entsteht auch ein Einsparpotenzial – im Mittel rund 74 Arbeitsstunden pro Jahr und Platz, etwa 5.800 Euro.
Aber klar ist:
- Der Vorschlag ist keine reine Sparmaßnahme, sondern eine notwendige Reaktion auf steigende Anforderungen und begrenzte Personalkapazitäten.
Zum Vergleich mit dem Sitzungssaal im Rathaus:
In Teilen der bisherigen Berichterstattung wurde der Eindruck erweckt, man könne den Sitzungssaal gegen Spielplätze aufrechnen.
Dazu zwei klare Fakten:
- Der Sitzungssaal ist seit Jahren technisch und funktional sanierungsbedürftig. Das Projekt wurde jedoch bereits vor dieser Diskussion in öffentlicher Sitzung aus dem Haushalt für das kommende Jahr gestrichen.
- Die beiden Themen haben somit sachlich nichts miteinander zu tun.
So geht es weiter:
Der Vorschlag wird nun weiter diskutiert, die Ortsteile sind eingebunden. Die Entscheidungen werden transparent und gemeinsam getroffen. Uns ist wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger verstehen, warum es diesen Vorschlag gibt – und welchen Mehrwert er bringen kann.
Ich weiß, wie wichtig Spielplätze für Familien sind.
Und genau deshalb müssen wir verantwortungsvoll handeln: Weniger Standorte, dafür mehr Qualität, bessere Ausstattung sowie sichere und gut erreichbare Angebote für Kinder und Eltern.
Marco Siesing
Oberbürgermeister



