Gemeinsame Wege für die Landschaftspflege
icon.crdate02.12.2025
Ende November lud die Stadtverwaltung Sinsheim Vertreter verschiedener Interessensgruppen zu einem Landschaftspflegetag auf Gemarkung Rohrbach ein. Ziel dieser Veranstaltung war der fachliche Austausch zwischen den Teilnehmern, um die verschiedenen Zielsetzungen und Interessen hinsichtlich der notwendigen Landschaftspflegearbeiten deutlich zu machen.
Fachtag für Akteure der Landschaftspflege
Wenn die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Winterhalbjahr Gräben und Gehölze wie die im Sinsheimer Stadtgebiet zahlreich vorkommenden Feldhecken pflegen, wird immer wieder deutlich, dass Interessenskonflikte zwischen verschiedenen Akteuren bestehen. Im Stadtgebiet von Sinsheim werden ca. 240 km Fließgewässer und Gräben durch den städtischen Bauhof gepflegt, hinzu kommen unzählige Kilometer Hecken und Gehölzbestände. Diese liegen überwiegend in der Feldflur, häufig entlang von Wegen. Somit sind bei der Pflege zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen; neben Naturschutz und Landschaftsästhetik sind dies auch Verkehrssicherheit und Befahrbarkeit der Wege sowie die Nutzbarkeit der angrenzenden Flächen durch die örtlichen Landwirte.
Ende November lud die Stadtverwaltung Sinsheim Vertreter verschiedener Interessensgruppen zu einem Landschaftspflegetag auf Gemarkung Rohrbach ein. Ziel dieser Veranstaltung war der fachliche Austausch zwischen den Teilnehmern, um die verschiedenen Zielsetzungen und Interessen hinsichtlich der notwendigen Landschaftspflegearbeiten deutlich zu machen. Durch die inhaltliche Diskussion sollten Kompromisse erarbeitet werden, die einerseits für die Bauhofmitarbeiter praktisch umsetzbar und andererseits für Landwirtschaft, Naturschutz und Bürgerschaft zufriedenstellend sind.
Initiiert und organisiert wurde der Landschaftspflegetag durch die Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbandes (LEV) Rhein-Neckar e. V., Nadja Salzmann, sowie die städtischen Fachkräfte Lothar Knödl (Amt für Infrastruktur) und Judith Petermann (Amt für Stadt- und Flächenentwicklung). Neben den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes, die im Bereich Landschaftspflege tätig sind, waren auch ein ortsansässiger Landwirt, Vertreter der Unteren Landwirtschaftsbehörde sowie der Unteren Naturschutzbehörde der Einladung gefolgt.
Zunächst wurde aufgezeigt, an welchen Stellen sich das Konfliktpotenzial bei der Gehölz- und Grabenpflege am häufigsten zeigt. Knödl, bei der Stadtverwaltung zuständig für Hochwasserschutz und Gewässer, stellte den städtischen Graben- und Gewässerunterhaltungsplan vor, der zukünftig festlegt, wo und wie häufig welche Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Anschließend wurde von den Bauhofmitarbeitern das übliche Verfahren zur Offenhaltung der Gräben und zur Heckenpflege vorgeführt. Die folgende Diskussion machte deutlich: Praktikable Lösungen erfordern vor allem eine gute Kommunikation zwischen den Beteiligten. Hierfür gab dieser Landschaftspflegetag einen wichtigen Impuls.
Nachdem vor Ort besprochen wurde, welche Maßnahmen – zusätzlich zum demonstrierten Standardverfahren – zur Pflege der Feldhecke naturschutzfachlich sinnvoll wären, setzten die Bauhofmitarbeiter direkt ihre Motorsägen an, um den Gehölzbestand zu verjüngen. Hierfür war es erforderlich, Sträucher bereichsweise „auf den Stock“ zu setzen und einzelne ältere Bäume zu entnehmen. Auf diese Weise soll eine möglichst große Struktur- und Artenvielfalt gefördert werden.
Alle Teilnehmer waren sich einig: Dieses Veranstaltungsformat soll in der Zukunft unbedingt wiederholt werden, da von einem fachlichen Austausch nicht nur alle Beteiligten, sondern auch Natur und Landschaft profitieren. Zudem ist geplant, die Bauhofmitarbeiter jährlich vertiefend zu schulen und auch eine Schulung zum Thema Heckenpflege für Landwirte anzubieten.



