Sinsheimer Frauenpower durch Empowerment
Vortragsreihe und Tagung für Frauen
Wie kann man Frauen ermutigen, sich auch schwierigen Aufgaben zu stellen und ihr Leben neben der Rolle in der Familie aktiv zu gestalten? Insbesondere zugewanderte Frauen haben hierzu viele Fragen: Wie ist das in Deutschland? Was sind meine Rechte als Verbraucherin? Wie kann ich mich einbringen und zum Beispiel gleichzeitig Mutter und erwerbstätig sein?
Immer wieder widmet sich der städtische Bereich Integration diesen Fragen von Frauen. Aktuell läuft mit Mitteln des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration ein sogenanntes Frauenempowerment-Projekt. Der Titel des aktuellen Projektes lautet: Kompetenzen für Verbraucherinnen. Hierbei wurden Alltagsfragen, wie zum Beispiel Vertragsabschlüsse im Internet, Abzocke am Telefon oder Lieferverträge für Gas und Strom, fokussiert. Projektpartner war die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Expertinnen dieser Einrichtung kamen jeweils für einen Vortrag nach Sinsheim oder wurden per Video-Übertragung zugeschaltet.
Die Teilnehmerinnen durften sich ermutigt fühlen, ihre Fragen einzubringen und die Themen von allen Seiten zu beleuchten. So fanden auf ein Jahr verteilt insgesamt 10 Fachveranstaltungen statt. Dabei geht es um mehr als die reine Wissensvermittlung an die Kursteilnehmerinnen; diese werden auch vorbereitet, das erworbene Wissen im eigenen Bekanntenkreis weiterzugeben – auf Deutsch oder in der jeweiligen Muttersprache. Die erste Multiplikatorinnen-Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Um die Ergebnisse der Schulung weiteren Frauen zugänglich zu machen und den Blick insgesamt zu weiten, fand jetzt eine Tagung für Frauen in der Kulturhalle in Hoffenheim statt. Hauptvortragsrednerin war Ayşe Özbabacan. Sie ist Leiterin der Abteilung Integrationspolitik bei der Stadt Stuttgart. Özbabacan machte den Frauen Mut, sich auf den Weg zu machen und ihr Leben noch stärker selbst in die Hand zu nehmen. Sie erzählte aus ihrer eigenen Lebensgeschichte, die sie in den Kontext des aktuellen Standes der Integration in Deutschland einordnete. Ihre offene und herzliche Art kam bei den Frauen gut an, so entstand ein aktives Gespräch mit den Teilnehmerinnen. Ein Workshop von Yasemin Özbek schloss sich daran nahtlos an. Özbek ist seit kurzem hauptberuflich für Bürgerbeteiligung in der Stabsstelle Kommunikation des Heilbronner Oberbürgermeisters zuständig. Im Workshop arbeitete sie mit den Frauen heraus, wie man sich auf seine Stärken konzentriert und diese für das eigene Weiterkommen nutzt. Parallel kümmerte sich Dr. Susanne Fischer von der äggf (Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V.) um das Thema Frauengesundheit und wurde schnell mit den unterschiedlichsten Fragen überhäuft. Wer sich lieber etwas bewegen wollte statt Vorträgen zu lauschen, war beim Yoga richtig. Dani Menger hatte einen einfühlsamen Übungskatalog für ihre Teilnehmerinnen zusammengestellt.
Am Ende bedankten sich mehrere Teilnehmerinnen bei der städtischen Integrationsbeauftragte Inge Baumgärtner für den schönen und erkenntnisreichen Tag. Baumgärtner hatte das Programm gemeinsam mit ihrer Kollegin Kristin Obländer zusammengestellt. Erfolgreiche Projekte wie dieses zeigen, dass sich Beharrlichkeit in der Integrationsarbeit lohnt, indem die zugewanderten Menschen zu mehr selbständigem Handeln und Teilhabe befähigt und ermutigt werden.
Das Projekt „Kompetenzen für Verbraucherinnen“ befindet sich auf der Zielgeraden, wird aber im Rahmen eines weiteren Förderprogrammes passgenau fortgesetzt werden. Im Anschluss können die Frauen lernen, wie sie sich in die deutsche Gesellschaft noch aktiver einbringen können.
Die Förderung erfolgt hierbei wieder durch das Baden-Württembergische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration. Es wird um den Themenkreis „Beteiligung“ in allen seinen Facetten gehen. Gemeint ist damit alles zwischen beispielsweise dem Ehrenamt im Elternbeirat bis zur Erwerbsbeteiligung. Im Rahmen des Projektes wird es bei diesem zentralen Thema auch möglich sein, nicht nur Frauen, sondern auch Männern ein adäquates Angebot zu machen.


