Im Rahmen der Stolpersteinverlegung am 18. Oktober stellen wir vor:
Alice, Josef und Kurt Scherer
Moritz Scherer war in erster Ehe verheiratet mit Anna Dreyfuß aus Kuppenheim. Sie starb 1916 in Sinsheim. Das Paar wurde Eltern von vier Kindern, von denen drei Opfer des Holocaust wurden: Josef, geb. 1906, Kurt, geb. 1908, und Alice, geb 1913.
Josef erlernte das Bäckerhandwerk bei der Firma Fritz Seligmann in Heidelberg und legte 1932 die Meisterprüfung ab. Die nationalsozialistischen Boykottmaßnahmen machten seine Pläne, die Bäckerei seines Vaters zu übernehmen, zunichte. Nach deren Verkauf arbeitete Josef in einer Zigarrenfabrik, später als Gelegenheitsarbeiter. Er war 1938 Gefangener in Dachau und wurde 1940 nach Gurs deportiert. Am 12. August 1942 „überstellte“ man ihn von Drancy aus nach Auschwitz, wo er ermordet wurde.
Kurt war von Beruf Kaufmann. Er ging bereits 1933 nach Frankreich. Dort heiratete er 1934 Yvonne Julie Raphael. Als sie sahen, wie die Lage in Deutschland war, zogen sie wieder zurück nach Frankreich. Dort verdiente sich Kurt seinen Lebensunterhalt im Wandergewerbe in Kurzwaren. Ab 1941 lebten Kurt und Yvonne versteckt auf einem Bauernhof. Als man drohte, seine Frau an seiner Stelle zu verhaften, stellte er sich. Kurt musste Zwangsarbeit für die Organisation Todt leisten. 1944 wurde er mit 878 „Arbeitsjuden“ in das Baltikum deportiert und gilt als verschollen.
Alice war 1935 endgültig nach Frankreich, Colmar bzw. Paris, gegangen. Nach dem Überfall der Deutschen auf Frankreich internierte die französische Regierung sie bereits im Mai 1940 in Gurs. Alice wurde am 10. August 1942 über Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.



