Im Rahmen der Stolpersteinverlegung am 18. Oktober stellen wir vor:
icon.crdate28.08.2025
Nannette Wertheimer, geboren 1868, stammte aus Freudental. Sie heiratete 1890 Gustav Weil, Viehhändler in Weiler. Dort wurde ihr Sohn Julius 1892 geboren. Kurz vor der Geburt ihrer Tochter Adelheid Hilda 1894 zog die Familie nach Sinsheim. Sie wohnte zunächst in der Hauptstraße 88, dem ehemaligen Pfarrhaus. 1898 wurde ihr Sohn Siegfried geboren, der aber früh starb.
Nannette Mina Weil geb. Wertheimer
Nannette Wertheimer, geboren 1868, stammte aus Freudental. Sie heiratete 1890 Gustav Weil, Viehhändler in Weiler. Dort wurde ihr Sohn Julius 1892 geboren. Kurz vor der Geburt ihrer Tochter Adelheid Hilda 1894 zog die Familie nach Sinsheim. Sie wohnte zunächst in der Hauptstraße 88, dem ehemaligen Pfarrhaus. 1898 wurde ihr Sohn Siegfried geboren, der aber früh starb.
1902 bezog die Familie das obere Stockwerk des Hauses in der Bahnhofstraße 30, das Gustav Weil 1900 gekauft hatte. Der untere Stock war vermietet, zunächst an die Familie Moritz Ledermann, dann an den Arzt Dr. Anton Bell.
Gustav Weil starb 1915 in Heidelberg, Sohn Julius als Soldat 1917 in einem Mannheimer Lazarett. Siegfried, Gustav und Julius sind auf dem jüdischen Friedhof in Sinsheim begraben.
Als die Lebensbedingungen für Juden auch in Sinsheim immer bedrohlicher wurden, zog Nannette Weil 1938 nach Den Haag zu ihrer Tochter Hilde, die 1919 den niederländischen Künstler und Kaufmann David van Hessen geheiratet hatte. Dort fühlte sich Nannette Weil wie auch die anderen Juden sicher. Die Niederlande waren neutral. Auch nach der deutschen Besetzung der Niederlande glaubte sie, das Ehrenkreuz, das sie als Mutter eines im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten erhalten hatte, würde sie schützen. Am 18. März 1943 wurde sie, wie schon zuvor ihre Tochter Hilde, im Sammel- und Durchgangslager Westerbork eingesperrt. Beide Frauen wurden nach Sobibor deportiert und dort ermordet.
Ihr Enkel Guus konnte rechtzeitig auswandern, ihr Enkel Julius wurde in Auschwitz ermordet, ihre Enkelin Edith tauchte unter und überlebte.



