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Stadtteil Ehrstädt

Geschichtlicher Abriss

Evangelische Kirche in Ehrstädt
ev. Kirche Ehrstädt

Rund sieben Kilometer östlich von der Innenstadt entfernt liegt Ehrstädt, beschaulich in das Tal des Mühlbachs eingebettet. Aufgrund der Verwaltungs- und Gebietsreform wurde Ehrstädt 1971 eingemeindet. Südöstlich des Dorfes – im Eichwald – entdeckte Karl Wilhelmi Hügelgräber aus der früheren Eisenzeit. Der erste urkundliche Nachweis über Ehrstädt ist eine Schenkungsurkunde aus dem Jahre 774 im Lorscher Codex. In einem Kaufvertrag von 1284 wird der Name „Erstatt“ genannt und im Jahre 1329 erscheint erstmals der Name „newen hus“, heute Schloss Neuhaus. Die Geschichte von Ehrstädt und Schloss Neuhaus ist in der Chronik von Friedrich Hub dokumentiert. Im Dorfmittelpunkt steht die evangelische Kirche, deren Ursprung das Landesdenkmalamt auf das 8. Jahrhundert datiert. Aus dieser Zeit stammt der untere Teil des Turmes. Im 18. Jahrhundert wur­den das nach Westen gerichtete desolate Kirchenschiff ab­gerissen, der Turm erhöht und ein größeres Kirchenschiff nach Süden angebaut. Reste der Bemalungen und die ro­manischen Doppelfenster im ehemaligen Chorraum sind die einzigen Überreste aus dieser Zeit. Die letzte große Reno­vierung fand 2003 statt. Kirche und Gemeinderäume liegen seitdem alle unter einem Dach. Die im Jahr 1836 fertiggestellte Synagoge wurde nach Auf­lösung der jüdischen Gemeinde 1912 verkauft und als Vieh­stall und Scheune genutzt. Seit der Renovierung 2004/2005 dient das Gebäude als örtliche Begegnungsstätte. In die Außenfassade sind historische hebräische Schriftzeichen und ein Hochzeitsstein eingelassen.

Hinter der Synagoge erstreckt sich seit 2002 der neue Dorf­platz. An dessen Rand liegt die Weed, ehemalige Pferdeträn­ke und Waschplatz, der schon 1963 als Brandweiher ausge­baut und später renaturiert wurde. Elf Jahre vorher, 1952, wurde das Rathaus eingeweiht.
Das Ehrstädter Schloss und der angrenzende Gutshof wurden 1769 an Stelle eines abgebrannten älteren Schlosses erbaut. Der schlichte zweiflügelige Bau ist von einem großen Wirt­schaftshof und einem Schlosspark umgeben, in dem zahlrei­che Bäume unter Denkmalschutz stehen. Schloss Neuhaus, eine zweiflügelige Schlossanlage aus der Renaissance mit zugehörigem Gutshof wurde 1596/97 erbaut und liegt etwa anderthalb Kilometer südwestlich des Ortes. Im Park befindet sich eine Schlosskapelle aus dem Jahr 1602. Schloss und Kapel­le können für Veranstaltungen angemietet werden.

Verlässt man Ehrstädt in Richtung Westen, trifft man auf die Mühle, das Jägerhaus und den Eulenhof. Die „Alte Mühle“ wird seit Jahrzehnten als Lokal genutzt.

Mit der Industrialisierung änderte sich auch die Struktur des Dorfes. Kleinbäuerliche Betriebe verschwanden oder werden nur noch im Nebenerwerb weitergeführt. Zwei bis drei kleine Handwerksbetriebe siedelten sich in den letzten Jahren an. Der Anschluss an die digitale Welt wird durch die Verlegung von Glasfaserleitungen unterstützt. Die Bürger finden ein leb­haftes Vereinswesen und eine intakte Gastronomie vor. Die Kleinsten werden im Montessori Kinderhaus betreut.

Ehrstädt war eine von 13 Kommunen in Baden-Württem­berg im Zeitrahmen 2010 bis 2015, die als Modellprojekt ausgewählt wurde, das örtliche Potenzial zu entwickeln und den Landschaftsverbrauch für Neubaugebiete zu reduzie­ren. Ehrstädt ist zudem einer von vier Modell-Stadtteilen, in denen seit 2018 intensiv mit Beteiligung der Bürger ein Konzept entwickelt wird, mit dem Unterstützungsmöglich­keiten, Lebensqualität und Lebensumfeld besonders für Se­nioren verbessert werden sollen.

Seewiesenhalle Ehrstädt
Seewiesenhalle
 
Wappen Ehrstädt

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