Startseite

Ausstellungsbereiche

Mittelalterliches Nuppenglas

Sinsheim hat eine interessante und wechselvolle Geschichte und war bereits Siedlungsgrund für Römer und Kelten. Die Ersterwähnung Sinsheims im Lorscher Codex fällt auf das Jahr 770 n. Ch. Die Klostergründung auf dem Stiftsberg um das Jahr 1000 verhalf dem Ort zu weiterer Bedeutung, 1064 verlieh Heinrich IV. das Marktrecht und 1067 sogar das Münzrecht. Nach der Stadterhebung 1192 wurde "Sunnensheim" mehrfach verpfändet und unterstand wechselnden Herren. Ab 1329 war Sinsheim der Kurpfalz gänzlich zugeschlagen.   

Traditionsreiches Handwerk wird im Dachstuhl präsentiert

1525 erschütterten auch in Sinsheim Bauerununruhen die Stadt. Etwa 1200 bewaffnete Bauern belagerten das Stift und richteten ihren Zorn gegen gegen die im Stift lebenden Söhne des Elsenz- und Kraichgaus. Im folgenden Jahrhundert litt die Stadt mehrfach an den Durchzügen militärischer Truppen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Höhepunkt dieser kriegerischen Zeiten war 1674 das Zusammentreffen von 20.000 Soldaten bei der "Schlacht von Sinsheim". Marschall Turenne, der die französischen Truppen befehligte konnte hier einen wertvollen Sieg gegen die kaiserlichen Truppen erringen und plünderte anschließend die Stadt. 1689 zogen die Truppen König Ludwig XIV. unter General Mélac verwüstend durch Sinsheim.  

Revolutionär Friedrich Hecker wurde im benachbarten Eichtersheim geboren

1810 war "das heitere Landstädtchen" wie es Goethe 1797 beschríeb, dem Großherzogtum Baden zugefallen. Sinsheim war nunmehr Amtsstadt und hatte um die Mitte des 19. Jh. etwa 3.000 Einwohner. Bei den Aufständen im Jahr 1848 nahm Sinsheim eine wichtige Rolle in der Demokratie- und Freiheitsbewegung ein. Das Alte Rathaus wurde ab April 1848 von den Revolutionären Karl Bauer, Eduard Speiser und dem Stadtapotheker Gustav Mayer besetzt und regiert. Letzterer rief von hier am 24. April die demokratische Republik aus. Etwa 250 bewaffnete Sinsheimer machten sich anschließend auf den Weg nach Heidelberg um sich dem Freischarenzug des Friedrich Hecker anzuschließen. Nach dem Scheitern des Badischen Aufstandes wurden viele Revolutionäre des Landes verwiesen oder mussten fliehen und wanderten aus.

Erfahren Sie im Stadtmuseum im Alten Rathaus auf über 800m² von den frühesten Besiedlungsspuren bis zur Römerzeit, vom Mittelalter bis zu den kriegerischen Zeiten des 17. Jh. bis zur Demokratiebewegung 1848/49. Im Dachgeschoss des Alten Rathauses werden alte Handwerke präsentiert.  

 

Öffnungszeiten

Mittwochs von 14 - 17 Uhr
Sonntags von 14 - 17 Uhr