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Elf Nationen kommen sich im LoBin-Erzählcafé näher

Bei Getränk und Gebäck kamen geflüchtete minderjährige Jugendliche und sechs „Experten“, am 06.06.2016 im Rahmen eines Erzählcafés an der Kraichgau Realschule, zusammen. Die jungen Menschen sind erst vor kurzem in Deutschland angekommen, während die „Experten“ bereits schon einige Jahre in Deutschland leben.

Insgesamt nahmen ca. 40 Schüler und Schülerinnen daran teil. Vertreten waren die Länder Syrien, Afghanistan, Italien, Rumänien, Albanien, Irak, Polen, Pakistan, Spanien und Türkei. Das Erzählcafé ist aus dem Projekt „Lokale Bildungsnetze“ hervorgegangen und fand in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Russischen-Gesellschaft statt. Den Anfang machte die Moderatorin des Erzählcafés Katharina Martin, die in jungen Jahren mit ihren Eltern Russland verlassen hatte und nun im Jugendzentrum Eppingen arbeitet. Dorothea Volkert, Schulsozialarbeiterin der Theodor-Heuss-Schule, erzählte als zweite Referentin von der Flucht ihrer Mutter als Heimatvertriebene im 2. Weltkrieg. Der Jüngste im Kreis der Referenten, der 11-jährige Aymen Al-Shahwani, schilderte wie er mit gerade einmal sechs Jahren aus dem arabischen Sprachraum in Deutschland eingetroffen ist. Er besucht heute die 5. Klasse des Wilhelmi-Gymnasiums. Anna Bergmüller erzählte im Anschluss ihre Geschichte, wie sie mit ihrer Familie Russland verlassen hatte, um in Deutschland ein besseres Leben führen zu können. Svetlana Korotkov kam erst im Alter von 30 Jahren nach Deutschland. Den Schluss bildeteder aus Italien stammende Salvatore Coniglio, der früher ein Modegeschäft in Sinsheim führte und sich heute, in seinem Ruhestand, im Integrationsbeirat engagiert. Ganz gleich ob die Flucht aus der Heimat länger zurückliegt oder aktuell ist, die Menschen haben meist dieselben Anfangsschwierigkeiten und Sorgen. Nach den Erzählungen der „Experten“ kamen die Schüler und Schülerinnen zu Wort. Eine Reihe von jungen Menschen nutzte diese Gelegenheit und berichtete von ihren Erlebnissen und Eindrücken, von der Flucht aus der Heimat bis hin zum ersten Schultag in einer deutschen Schule. Bei der Frage, was den Schülern an Deutschland gefällt und was nicht, brauchte nicht lange auf eine Antwort gewartet werden. Es gefällt vor allem die Freundlichkeit der Menschen. Das deutsche Wetter wiederum sei viel zu kalt und regnerisch. Bisher unbekannt waren den jungen Menschen zum Beispiel der Media-Markt, blondhaarige Menschen und die strengen Schulregeln. Wie auch den „Experten“ fiel den Jugendlichen das Verlassen der eigenen Heimat und das Ankommen in Deutschland nicht leicht. Familien wurden zerrissen, Freunde mussten zurückgelassen werden, eine völlig andere Sprache muss erlernt werden und die deutsche Kultur unterscheidet sich von der Eigenen. Doch die Schüler und Schülerinnen sehen zumeist positiv in ihre Zukunft. Viele wollen die deutsche Sprache erlernen und einen möglichst guten Abschluss machen. Einige haben sogar schon konkrete Berufsvorstellungen: Arzt, Sozialarbeiter, Friseur, Lehrer. Am Ende des Erzählcafés legten die „Experten“ den Schülern nahe, Deutschkurse zu besuchen, Mitglied in einem Verein zu werden und sich zu trauen, viel deutsch zu sprechen und mit Deutschen in Kontakt zu treten. Da alle Beteiligten das Erzählcafé als Bereicherung erlebten, wird derzeit über eine Wiederholung der Veranstaltung nachgedacht. Um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich in einen Verein zu integrieren, sind Vereine, die offen für neue junge Mitglieder sind, sehr herzlich eingeladen, an der Veranstaltung „Finde deinen Verein“ in den Herbstferien (02.11.-04.11.2016) teilzunehmen. Nähere Informationen erhalten Sie bei Frau Sosa y Fink, Tel.: 07261 404 271 oder lobin@sinsheim.de.

 

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