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Stadtteil Hilsbach

Rathaus Hilsbach
Rathaus in Hilsbach

Hilsbach liegt im Quellgebiet des gleichnamigen Baches, eines Zuflusses der Elsenz und wurde im Lorscher Codex im frühen Mittelalter als „Hillersbach“ erwähnt. Zunächst im Besitz der Grafen von Öttingen wurde Hilsbach samt Burg Steinsberg anlässlich eines Familienstreites dem Kurfürsten von der Pfalz übergeben. Nach der Erhebung zur Stadt verlegte man den Ort um 1310 vom Tal auf den Berg und umgab ihn mit einer bis zu zwanzig Meter hohen Festungsmauer. Die Pfarrkirche, um 1300 gebaut, ist dem heiligen Michael geweiht. In den Mauern der alten Stadt besaßen neben der Pfalzgrafschaft die Reichsritter von Renchingen, Gemmingen und Venningen Steinhäuser und Grundstücke. Von den Deutschordensrittern kündet das am alten Schulhaus eingemauerte Prachtwappen, das ursprünglich im Pfarrhaus, (Baujahr 1744), eingemauert war. Kurfürst Ludwig V. veranlasste 1521 den Bau einer Kelterei. Im Bauernkrieg 1525 schloss sich die Mehrzahl der Einwohnerschaft mit dem Bürgermeister Christoph Haffner dem Kraichgauer Haufen unter Anton Eisenhuth an, plünderte die gerade erbaute Kellerei und zog anschließend zur Burg Steinsberg, wo sie ein „Lustfeuer“ entfachte. Im 30jährigen Krieg wurde der Ort durch Tillys Truppen eingenommen und die Bevölkerung auf barbarische Weise dahingemetzelt. Als Amtsstadt besaß Hilsbach im 19. Jahrhundert Bedeutung durch den Sitz eines fürstlichen Justizamtes.
 

Hilsbach - Rapsfeld
Rapsfeld auf Gemarkung Hilsbach

Beim Gang durch Hilsbach hält so manches Gebäude die historische Vergangenheit wach. Das Wachthaus mit seinem imposanten Säulengang, das 1808 erbaut wurde und in seiner jetzigen Gestalt aus dem Jahr 1823 stammt, diente als Zollamt und Amtsstube des Nachtwächters, später als Polizeiposten und Ortsgefängnis. Von der kurpfälzischen Amtskellerei aus dem 16. Jahrhundert sind nur noch ein Turm und ein Keller erhalten. Ebenfalls fragmentarisch ist noch ein Teil der Stadtmauer vorhanden. Die evangelische Michaelskirche geht auf einen gotischen Chorturmbau des 13. Jahrhunderts zurück. Hier befindet sich das Alte Schul- und Pfarrhaus, das ab dem späten 16. Jahrhundert als reformiertes Schulhaus, ab 1708 bis 1843 als Wohnhaus des katholischen Pfarrers diente. Das Judenviertel ist ein historisch erhaltenes Quartier der einstigen jüdischen Gemeinde, in dem sich im 19. Jahrhundert auch die Synagoge befand. An deren Stelle steht heute ein altes Wirtschaftsgebäude. Mitten im Ort ragt die alte Tanzlinde empor, die dort um 1805 gepflanzt wurde.

Die Eingemeindung von Hilsbach als Stadtteil von Sinsheim erfolgte 1971. Durch die Erschließung neuer Baugebiete sind die Bevölkerungszahlen in Hilsbach ständig gestiegen. Das hatte Auswirkungen auf die örtliche Infrastruktur:
1981: Bau einer gemeinsamen Grundschule für Hilsbach und Weiler
1982: neue Verwaltungsstelle im ehemaligen Schulhaus
1990: Bau einer Schulturnhalle 
1995: Eröffnung eines städtischen Kindergartens für Hilsbach und Weiler).

Von April 1990 bis Dezember 1999 war die Gemeinde im Landessanierungsprogramm „Ortskern Hilsbach“ mit einem Förderrahmen von ca. 3,3 Millionen Euro. Durch das Sanierungsprogramm ist der alte Ortskern städtebaulich wieder attraktiv geworden und hat „neues Leben“ in den Ortskern gebracht. Ein Höhepunkt der Gemeindegeschichte war die 1200-Jahr-Feier im Jahr 1998. Hierzu wurde auch eine neue Ortschronik veröffentlicht. In zahlreichen Festveranstaltungen wurde das besondere Jubiläum gefeiert. Im Zuge des Jubiläums ist auch ein „historischer Stadtrundgang“ im Ortskern geschaffen worden, auf dem historische und ortsbildprägende Gebäude und Plätze besichtigt werden können. Eine Informationsbroschüre beschreibt den historischen Rundgang. Geführte Führungen sind möglich. Im Jahr 2001 wurde der Gemeinde Hilsbach anlässlich des 20. Landeswettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ eine Bronzemedaille verliehen. Im Rahmen einer Flurbereinigungsmaßnahme im Hilsbacher Rebgebiet „Eichelberg“ wurde der „Erlebnisweg Hilsbacher Eichelberg“ geschaffen. Der beschilderte Rundweg bietet auf einer Länge von ca. 5 Kilometer an 13 Stationen viel Wissenswertes zur Geschichte und der heutigen Nutzung des vorhandenen Rebgebietes mit dem Weinanbau und dem Natur- und Forstbereich in der Umgebung. Der Erlebnisweg bietet aufgrund seiner Höhenlage auch einen einmaligen Ausblick auf die umliegende Landschaft des Kraichgaus. Eine Faltbroschüre informiert über den Erlebnisweg Eichelberg.

 
Wappen Hilsbach

Stadtverwaltung Sinsheim

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74889 Sinsheim
Tel.: 07261 404-525
Fax: 07261 404-4582