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Stadtteil Dühren

Geburtshaus Prof. Dr. Karl Schumacher
Luftbild von Dühren

Während das Elsenztal noch weites Schwemmland war, geprägt durch Hochwassergefahren, siedelten im lieblichen Seitental mit einer ausreichenden Versorgung durch frisches Quellwasser bereits die ersten Menschen. In Dühren sind neben steinzeitlichen Einzelfunden auch reichhaltige Funde in den 14 Grabhügeln im Gewann „Drei Bückel“ belegt. Diese Funde stammen aus dem Neolitikum (Jungsteinzeit), der Hallstatt- und Latenezeit. Belegt ist auch eine durch die Helvetier angelegte Fliehburg, die etwa um die Jahre 400 v. Chr. auf der Burghälde bei Dühren (keltisch: Durninia) entstand, deren Ringwall noch heute um die Kuppe zu verfolgen ist. Aus dieser Periode der keltischen Kultur stammt auch ein aufgedecktes Grab einer Frau, das innerhalb einer keltischen Viereckschanze im Gewann Steinbock angelegt war. Dessen Reichtum mit unter anderem Glasarmreifen, Goldringe, Bernsteinperlen, Spiegel, Kessel samt Gestänge und ein bronzener Krug aus Etrurien ließ Fachkreise aufhorchen.

Das Dorf Dühren wurde das erste Mal im Jahr 769 im Lorscher Codex als „vila durninia“ erwähnt. Dühren blieb im Bauernkrieg verschont, wurde aber im Dreißigjährigen Krieg nahezu zerstört. Eine besondere Stellung nimmt Dühren als Geburtsort eines der bekanntesten Prähistoriker und ersten Direktors des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, Professor Dr. Karl Schumacher, ein, der seiner Heimat viele frühgeschichtliche Arbeiten schenkte.

Innerörtlich gibt die evangelische Nikolauskirche Zeugnis aus der Vergangenheit. Sie wurde 1494 anstelle einer älteren Kapelle erbaut. Nach Zerstörungen in den Kriegen des späten 17. Jahrhunderts wurde nach 1700 das Langhaus erneuert. In den Jahren 1895/96 wurde das Gebäude im Stil der Neugotik renoviert, wobei auch das Kirchenschiff vergrößert, der Turm erhöht sowie ein Treppenturm angebaut wurden. Die Kirche wurde 1945 von Brandgranaten getroffen und brannte bis auf den Chor und die Sakristei nieder. Beim Wiederaufbau wurden im Chor mittelalterliche Fresken freigelegt. 1952 wurde die Kirche in ihrer heutigen Gestalt neu eingeweiht. Das nahegelegene Pfarrhaus von 1771 hat ein schmuckvolles Rokoko-Portal. An einer der Giebelseiten des Hauses befindet sich ein Wappen aus dem Jahr 1569. Die katholische Marienkirche wurde 1972 anstelle einer 1853 geweihten Kapelle errichtet. Das Rathaus ist ein schlichter Neubau aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Im Ort sind mehrere im Kern sehr alte Wohn- und Wirtschaftsgebäude erhalten. Das Fachwerkhaus Ebert/Nickel an der Karlsruher Straße von 1514 zählt zu den ältesten Gebäuden des Ortes. Ebenfalls ein Fachwerkhaus ist das 1747 erbaute Geburtshaus von Karl Schumacher.

Dühren hat sich in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg zur aufstrebenden attraktiven Wohngemeinde entwickelt. Zum einen die Lage inmitten der Natur, umgeben von den sanften Lösshügeln des Kraichgaus sowie dem bis an den Ort heranreichenden Wald als Naherholungsgebiet, und zum anderen der in unmittelbarer Nähe vorhandene Autobahnanschluss macht das Wohnen in Dühren sehr begehrenswert. Im Ort befindet sich die Kleinkindbetreuung „Bletscherhof“ für Kinder unter drei Jahren, der Kindergarten und die Grundschule. Dühren selbst verfügt über eine sehr gute Infrastruktur durch gewachsene Strukturen mit zwei Gärtnereien, zwei Bäckereien, zwei Metzgereien, zwei Banken. Ebenso sind eine Tankstelle, fünf Gaststätten, verschiedene Gewerbe und Handwerksbetriebe, zwei Hotels, mehrere Anbieter von Ferienwohnungen ansässig. Die evangelische und katholische Kirche am Ort. Dühren liegen obendrein an der Route Rothenburg ob der Tauber – Speyer des Jakobsweges. Der Ort verfügt über ein vielseitiges Vereinsleben mit mittlerweile 16 Vereinen, das Angebote für Jung und Alt bereithält.

Evangelische Kirche Dühren
ev. Kirche Dühren
 
Wappen Dühren

Stadtverwaltung Sinsheim

Verwaltungsstelle Dühren
Karlsruher Straße 54
74889 Sinsheim
Tel.: 07261 404-505
Fax: 07261 404-4584