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Stadtteil Hasselbach

Malerischer Blick auf die Hasselbacher Kirche
ev. Kirche Hasselbach

Hasselbach tritt 1325 das erste Mal in einer Urkunde als „Haselach“ in Erscheinung, das so viel bedeutet wie „Ha­selstaude am Wasser“. Lange Zeit wurde der Ort mit einer Urkundenabschrift im Lorscher Codex aus dem Jahr 775 bezie­hungsweise 776 in Verbindung gebracht. Die dort genannte „haselaher marca“ bezieht sich allerdings eindeutig auf den Ort Haslach bei Herrenberg. Hasselbach war zunächst Weins-bergischer Besitz, dann Lehen der Herren von Helmstatt, die bis 1806 die Grundherrschaft innehatten. In jenem Jahr wurden die bestehenden Grundherrschaften aufgelöst, und Hasselbach wurde dem Großherzogtum Baden zugeschlagen. Die erste Kirche wurde 1556 von einem Grafen von Helmstatt gebaut und gehörte seither zur Pfarrei Adersbach und das bis heute. Die Kirche wurde bei einem Brand zerstört und im Jahre 1807 neu aufgebaut. Als Hasselbach zum Großherzog­tum Baden kam, war es eine arme Gemeinde mit hauptsäch­lich landwirtschaftlichen Betrieben und wenig Handwerkern. Trotzdem veranstaltete der Großherzog im „badischen Hinterland“ (in Hasselbach und Umgebung) in regelmäßigen Abständen Manöver. Die Hasselbacher Bürger mussten für die Verpflegung aufkommen, und wenn sie selbst nichts hatten, musste das Erforderliche von der Gemeinde zugekauft werden. So erforderte das Manöver am 13. und 14. September 1840 die Versorgung von 226 Mann Reiterei, 240 Mann Infanterie und am nächsten Tag nochmals 240 Mann Infanterie, was sicherlich nicht einfach war und bedeutete, dass der Großteil der Bevölkerung im Winter sehr wenig zu essen hatte. Sehr viele Bürger wanderten dann nach Amerika aus.

Wenn die Überfahrt nicht bezahlt werden konnte, bürgten die Bürger von Hasselbach für die Kapitalaufnahme. Nach Kriegsende kamen in den Jahren 1945 und 1946 viele Hei­matvertriebene nach Hasselbach, wodurch sich die Bevöl­kerungszahl nahezu verdoppelt hat.
Bis heute weisen Bach- und Haselstaude im Ortswappen auf den Ortsnamen hin. Unter den insgesamt 12 Stadtteilen, die zu Sinsheim gehören, wird Hasselbach zusammen mit Adersbach und Ehrstädt als „Bergdörfer“ bezeichnet, wo­bei Hasselbach mit 279 m. ü. M. den am höchsten gelege­nen Ort darstellt. Knapp über 300 Einwohner leben aktuell in Hasselbach - ruhig und beschaulich in der ländlich-idyl­lischen Umgebung. Die Dorfgemeinschaft wird großge­schrieben und die Geselligkeit im Vereinsleben gepflegt. Im Jahr 2018 konnte die Feuerwehr Hasselbach ihr neues und modernes Feuerwehrgerätehaus einweihen.

Eine Besonderheit im Stadtteil ist der Wald- und Natur­kindergarten „Waldmeister“, wo die Kleinsten in den ver­schiedensten Lernfeldern Raum, Zeit, Angebote und Mög­lichkeiten finden, über Naturerlebnisse nachzuforschen, nachzudenken und Erlebtem nachzuspüren. Jedes Kind bekommt die Möglichkeit, sich seinem Entwicklungsstand entsprechend zu entwickeln und individuell zu bilden. So fördert der Wald- und Naturkindergarten auf einzigartige, nachhaltige Weise die Entwicklung von Kindern. Durch die täglich erlebte Natur und ihren reichhaltigen Erfahrungs­schatz stellen die Hasselbacher Waldmeister Zusammen­hänge her und erahnen schon, dass es sich lohnt, seine künftige Welt nachhaltig zu bewahren. Hasselbach war eine von 13 Kommunen in Baden-Württemberg im Zeit­rahmen 2010 bis 2015, die als Modellprojekt ausgewählt wurde, das örtliche Potenzial zu entwickeln und den Land­schaftsverbrauch für Neubaugebiete zu reduzieren.

 
Wappen Hasselbach

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