Startseite

Chronik zur Hilsbacher Stadtgeschichte

3000-1800 v. Chr.  

Funde belegen eine Besiedlung des Eichelbergs (1,5 km westlich) mit Ringwallanlage in der Jungsteinzeit.

2. Jh. n. Chr. 

Ein Vier-Götter-Stein (Herkules, Merkur, Zybele und Diana) und eine Münze des Kaisers Hadrian (117- 138 n. Chr.) deuten auf eine römische Kultstätte auf dem Eichelberg.

798

In einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch wird "Hilleresbach" erstmals erwähnt. Der Name geht möglicherweise auf den Bach eines "Hiltihart" zurück. Die Zusammensetzung mit einem Personennamen deutet auf eine Gründung um 700 hin.

13. Jh. 

Der "Steinsperch" und "Hilrespach" gehören den Grafen von Oettingen: Sie übertragen verschiedenen Rittern einzelne Güter, u.a. 1283 an "Swigger von Gemmingen".

1310

Konrad von Oettingen überträgt den Steinsberg und Hilsbach den Pfalzgrafen Rudolf I. (reg. 1294-1319) und Ludwig. Das Hilsbacher Stadtsiegel (seit 1475 belegt) enthält daher die Rauten des kurpfälzischen Wappens, geteilt durch den Hilsbach. In der Urkunde wird der Ort als "oppidum" (Feste, Stadt) und in Urkunden von 1323 bzw. 1325 als "stad" bzw. "stat" bezeichnet.

1319

Nach dem Tod von Pfalzgraf Rudolf I. fällt Hilsbach an seinen Bruder Ludwig und damit an das bayrische Herzogtum.

1325

König Ludwig der Bayer überlässt die Stadt zusammen mit dem Steinsberg Kraft von Hohenlohe.

1329

Im Vertrag von Pavia tritt König Ludwig der Bayer die rheinische Pfalz an die Söhne seines Bruders Rudolf ab.

1353

Johann Graf von Katzenelnbogen erhält für kurze Zeit den Steinsberg und Hilsbach.

1361

Erste Erwähnung der Herren von Venningen als Lehensmänner von Pfalzgraf Ruprecht I. (reg. 1329-1390). Aus dem Hilsbacher Familienzweig der Venningen entwickeln sich die Zuzenhäusener, Steinsberger, Eichtersheimer, Elsässer und Grombacher Zweige.

1367

Pfalzgraf Ruprecht I. schenkt dem Deutschordenshaus in Weinheim das Patronatsrecht und zwei Drittel der Einkünfte der Hilsbacher Kirche. Bis ins 20. Jahrhundert bleibt Weiler Filiale von Hilsbach, bis 1858/59 auch Elsenz.
1369

Der Deutsche Orden erhält vom Bischof von Worms das letzte Drittel des Kirchenzehnten.

1411

Den Venningen gehören in der Oberstadt ein Hof mit zwei Häusern, in der Unterstadt ein Haus und eine Scheune, außerdem 147 Morgen Ackerland und 2 Morgen Weingärten.

1516

Hans Hippolyt und Ludwig von Venningen tauschen Hilsbach und den Zoll in Germersheim gegen den Steinsberg, Weiler und die Höfe Birkenau und Buchenau. Ihre Familie behält in Hilsbach bis heute erheblichen Grundbesitz.

1517

Die kurpfälzische Vogtei auf dem Steinsberg wird nach Hilsbach verlegt und eine Kellerei eingerichtet. Im Jahr 1670 bezog die Kellerei Einkünfte aus zahlreichen Orten. Im Vollbesitz der Kurpfalz befanden sich außer Sinsheim auch Elsenz, Kirchardt, Reihen, Richen, Schluchtern, Stebbach, Steinsfurt, die Burg Streichenberg, der Immelhäuser Hof und der Ursenbacher Hof. Weitere Rechte und Abgaben besaß die Kellerei Hilsbach in Adelshofen, Adersbach, Berwangen, Daisbach, auf dem Dammhof, in Dühren, Fürfeld, Gemmingen, Grombach, Großgartach, Güglingen, Hoffenheim, Kirchhausen, Landshausen, Massenbach, Massenbachhausen, Niederhofen, Nordheim, Rohrbach a.G., Rohrbach b.S., Schwaigern, auf dem Steinsberg, in Stetten, Tiefenbach, Waibstadt, Waldangelloch und Weiler. Hilsbach wird zugleich Gerichtssitz. Der Galgen stand nördlich der Ittlinger Straße nahe der Gemarkungsgrenze. Der zuständige Oberhof befand sich in Mosbach.

1525

Im Bauernkrieg finden die Aufständischen des "Kraichgauer Haufens" unter Führung des Pfarrers Anton Eisenhut durch den "Gemein Bürgermeister im Pfalzgräflichen Flecken Hilsbach, Christoph Haffner" tatkräftige Unterstützung. Sie zogen in Hilsbach ein, "darin der Churfürst eine neugebaute Kellerey hatte, fingen den Keller, plünderten die Kellerey, der Pfaffen und Edelleute Häuser".

1572

Erlass einer Stadtordnung ("Weistum"). In Hilsbach gibt es zwei Adelssitze eines Vollmar von Remchingen und eines Weirich von Gemmingen. Eine Badestube, ein Kelterhaus und zwei Mühlen werden erwähnt. Die Zehnteinnahmen am Martinstag (11. November) gehören dem Kurfürsten von der Pfalz.

16./17. Jh.

Konfessionswechsel der Kurpfalz zwischen Katholiken und Reformierten.

1622

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wird Hilsbach von bayrischen Truppen belagert, nach dem Verrat eines "speyrischen Untertans" eingenommen und verwüstet: "haben alles ohn Unterschied darinnen niedergehauen, auch Weiber und Kinder nicht verschont, sondern alles, was nicht entloffen und sich versteckt, jämmerlich umgebracht". Nur 59 Personen sollen überlebt haben. 165 fanden den Tod. In den nachfolgenden Kriegswirren herrschte unter der Hilsbacher Bevölkerung große Not: wechselnde Besetzung durch kaiserliche, schwedische und französische Truppen, Plünderungen, Kriegszahlungen, Epidemien, Hungersnöte und 1641 ein Stadtbrand.
Die neu zuziehende Bevölkerung kommt teilweise aus Frankreich und der Schweiz.

1667

Das Kirchenschiff stürzt ein, nachdem notwendige Reparaturen am Dachstuhl nicht ausgeführt worden waren; bis 1685 Wiederaufbau. Infolge der Erweiterung des Schiffs Verlegung des Kirchhofs vor die Stadtmauer.

1705

Einführung des Simultaneums (gemeinsamer Besitz von Reformierten und Katholiken) in der Kirche.

1759

Errichtung einer lutherischen Kirche, vermutlich im Hinterhaus der Mettengasse 6. Ab 1768 eigener Pfarrer. Später Adelshofen, dann zu Dühren gepfarrt.

1783

Der kurpfälzische Amtskeller und Hofkammerrat Friedrich Jung gründet den Junghof. Seit dem späten 18. Jahrhundert leben dort die Mennoniten.

18./19. Jh.

Hilsbachs Bebauungszone dehnt sich allmählich über den Bereich der Stadtmauer aus.

1803

Die Fürsten von Leiningen erhalten Hilsbach zum Ausgleich für Gebiete, die ihnen links des Rheins verloren gingen.

1806

Hilsbach wird Leiningensche Standesherrschaft unter badischer Oberhoheit.

1808

In Hilsbach wird eine Leiningensche Amtsverwaltung eingerichtet. Im Städtchen leben 506 Männer und 516 Frauen in 163 Häusern.

1813

Hilsbach gehört zum Badischen Bezirksamt Eppingen und zur Bauinspektion Bruchsal.

1821

Die Lutherische Gemeinde wird in der Kirchenunion mir den Reformierten vereint.

1840

Hilsbach fällt an das Leiningensche Bezirksamt Sinsheim.

1848/49

Im Zug der Bürgerlichen Revolution wird auch in Hilsbach ein Volksverein gegründet. Hilsbacher werden wegen Hochverrats eingesperrt.

1849

Nach Auflösung des Leiningenschen Amts Sinsheim kommt Hilsbach an das Badische Bezirksamt Sinsheim.

1857

Hilsbach hat 1142 Einwohner in 271 Familien, davon 684 evangelisch, 421 katholisch, 26 Israeliten, 11 Mennoniten. Es gibt eine Synagoge und ein Frauenbad, vermutlich auch ein jüdische Schule.

1864

Der Amtsbezirk Sinsheim geht an den Kreisverband Heidelberg über.

1877

Die jüdische Gemeinde wird mangels Gläubiger aufgelöst, die Juden zur Sinsheimer Gemeinde gepfarrt.

1898

Hilsbach hat 1251 Einwohner, davon 706 Protestanten, 515 Katholiken, 24 andere Christen und 6 Israeliten.

1900

Eröffnung der Eisenbahnlinie von Odenheim bis Hilsbach; 1960 eingestellt.

1902

Gebäude der Gewerblichen Fortbildungsschule errichtet.

1925

Eröffnung einer Haushaltungsschule im neuen Schulhaus;

1965

geschlossen.

1927-29

Bau des Wasserturms.

1936

Gründung des Landkreises Sinsheim.

1950/51

Bau der katholischen Kirche. An Hungerberg und Kellersberg entstehen Neubauviertel. Bis Mitte der fünfziger Jahre werden Versuche unternommen, in Hilsbach Industrie anzusiedeln.

1951

Hilsbach hat 1810 Einwohner, 1062 Katholiken, 748 Protestanten, darunter zahlreiche Flüchtlinge.

1956

Neuverleihung der im Dritten Reich verlorenen Stadtrechte.

1957

Bau der Sport- und Kulturhalle; Schließung der Gewerblichen Fortbildungsschule.

1971

Hilsbach wird Stadtteil von Sinsheim.

1973

Gründung des Rhein-Neckar-Kreises, dessen südliches Ende Hilsbach bildet. Elsenz gehört bereits zum Landkreis Heilbronn, Eichelberg zum Landkreis Karlsruhe. Der Stadtteil hat rund 1500 Einwohner.

1981

Bau der neuen Grundschule Hilsbach-Weiler.

1982

Offizielle Einweihung der neuen Verwaltungsstelle im ehemaligen Schulhaus (historische Amtskellerei).

1990

Bau der neuen Schulturnhalle bei der Grundschule Hilsbach/Weiler.

4/1990

Aufnahme in das Landessanierungsprogramm "Ortskern Hilsbach"; Laufzeit bis 31.12.1999; Förderrahmen ca. 3,3 Mio. Euro.

03.04.1995

Eröffnung des städtischen Kindergartens Hilsbach/Weiler; Offizielle Einweihung mit Tag der offenen Tür am 15.10.1995.

29.09.2001

Preisverleihung an die Ortschaft Hilsbach anlässlich des 20. Landeswettbewerbes "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft; Bronzemedaille.

Derzeit

Hilsbach hat derzeit knapp 2200 Einwohner.

 
Wappen Hilsbach

Stadtverwaltung Sinsheim

Verwaltungsstelle Hilsbach
Lampertsgasse 14
74889 Sinsheim
Tel.: 07261 404-525
Fax: 07261 404-4582