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Stadtteil Hoffenheim

evangelische Kirche Hoffenheim
Verwaltungsstelle Hoffenheim

Der Stadtteil Hoffenheim ist mittlerweile der berühmteste Stadtteil von Sinsheim bedingt durch den Aufstieg von 1899 Hoffenheim in die Bundesliga aber auch einer der ältesten Orte im Kraichgau.

Geschichtlicher Abriss des Stadtteils Hoffenheim

Hoffenheim wurde erstmals 773 im Lorscher Codex als „Hovaheim“ (Heim des Hofo) in der fränkischen Ausbauzeit erwähnt. Die Ausgrabung der „Sieben Hügel“ im Großen Wald durch Dekan Karl Wilhelmi belegt, dass die Gemar­kung schon in der Jungsteinzeit und der Bronzezeit (Kelten) besiedelt war. Die große Heeresstraße der Römer von Speyer zum Limes nach Bad Wimpfen überquerte bei Hoffenheim die Elsenz. Nach dem Jahr 260 eroberten die Alemannen das „Zehntland“. Die Franken drängten sie nach Süden ab und besiedelten Hoffenheim. Die Christianisierung begann. Seit dem Mittelalter gehörte Hoffenheim zur Hälfte nach Hessen, zur anderen nach Österreich. Lehensträger waren bis 1632 die Ritter von Hirschhorn, die sehr früh die Reformation ein­führten, und ab dem 18. Jahrhundert dann die Freiherren von Gemmingen. An diese beiden Ortsherrschaften erinnert das Hoffenheimer Ortswappen: links eine rote Hirschstan­ge in Gold (Hirschhorn), rechts in blau zwei goldene Balken (Gemmingen). Eine Burg der Ortsherren im „Schlupfert“ ist abgegangen.

Vor allem in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts wur­de Hoffenheim verwüstet, insbesondere im Dreißigjährigen Krieg (1618 –1648). Nur noch neun Bürger lebten 1639 im Ort. Weitere Zerstörungen brachten der Pfälzer Erbfolgekrieg und die Revolutionskriege ab 1799. 1971 wurde Hoffenheim in die Große Kreisstadt Sinsheim eingemeindet.

Im Jahr 2018 hatte Hoffenheim 3.259 Einwohner. Das Wohn-baugebiet „Vorderes Tal“ schreitet voran. Am Nordrand des Ortes liegen beieinander die „Schule am großen Wald“ von 1965 – die heutige Grundschule – und der städtische Kinder­garten „Vogelnest“. Daneben befinden sich der Evange­lische Kindergarten und das „Dietmar-Hopp-Stadion“ mit 6.500 Plätzen, gestiftet vom Sinsheimer Ehrenbürger Diet­mar Hopp. Als Gesellschafter der TSG 1899 Hoffenheim ist er auch Stifter der TSG-Akademie in Hoffenheim, der PreZero Arena und der neuen Klima Arena.

Mit zwei Kindergärten sind auch die Jüngsten gut unter­gebracht. Die Infrastruktur wird durch Bäcker, Metzger, Einkaufsmarkt, eine Postfiliale, zwei Arztpraxen und zwei Bankfilialen ergänzt. Durch viele öffentliche Einrichtungen z.B. Vereinssportanlage, Spiel- und Grillplätze sowie ein in­taktes Vereinsleben, gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Hoffenheim ist mit der S-Bahn und dem Stadtbus, über die B45 und den Autobahnanschluss Sinsheim verkehrstechnisch optimal angebunden. Zahlreiche historische Gebäude unter­streichen die Bedeutung des Ortes. Die evangelische Kirche im Zentrum, auf wehrhaftem Hügel, ist ein eindrucksvoller neuromantischer Haussteinbau von 1841. Sie beherbergt eine wertvolle spätromantische Orgel von Eberhard Fried­rich Walker von 1846 und das opulente Denkmal des Feld­marschall-Leutnants Eberhard von Gemmingen (1776), des Kommandanten der Reichsfestung Luxemburg. Daneben stehen das alte Schulhaus, das Jugendstil-Pfarrhaus, der mo­derne „Vater-unser-Skulpturengarten“ und der Pfarrbrun­nen. Das Schückhaus ist heute evangelisches Gemeindehaus und nach Pfarrer Schück, Dichter des Liedes „Nur mit Jesus will ich Pilger wandern“, benannt.

Die katholische Herz-Jesu-Kirche jenseits der Bahnlinie ist ein moderner, 1976 geweihter Kirchenbau anstelle einer Ka­pelle von 1923. Weitere ortsbildprägende Gebäude sind das klassizistische „Rathaus“ von 1796 und das Freisäulen-Erker-Haus von 1780. Der Karthäuserhof (Haus Neff), ein ehemali­ger Adelshof der Renaissance, war im 8. Jahrhundert Sitz der Mennoniten-Familie Neff. Im Zentrum an der Waibstadter Straße stehen das barocke „Haus Ludwig“ und das „Haus Kirsch“, Teil des 1965 abgebrochenen Gemminger Schlösschens. Das „Haus Sohns“ ist ein Fachwerkbau des 18. Jahr­hunderts mit bemerkenswerten Schnitzereien, die „Alte Post“ beherbergt das Heimatmuseum, das „Haus Brehm“ ist ein Fachwerkbau des 17. Jahrhunderts mit dem überregio­nal bedeutenden Willi-Heinlein-Schreibmaschinenmuseum. Der stimmungsvolle Innenhof der Gemmingenschen Zehnt­scheune aus dem 18. Jahrhundert wird für kulturelle Veran­staltungen genutzt. An die ehemalige Synagoge, die 1938 in der „Reichspogromnacht“ zerstört wurde, erinnert ein Gedenkstein. Eine Tafel im Rathaus und der Gurs-Stein mit bedenkenswerter Inschrift „HOFFENHEIM – GURS“ mahnen die Deportation der letzten 18 in Hoffenheim verbliebenen Juden an.

Alle bedeutenden Stationen der Hoffenheimer Geschichte hat der Heimatverein in einem „historischen Ortsrundgang“ erschlossen. Im Heimatmuseum wird Dorfgeschichte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur heutigen „Bundesliga“-Ära geschrieben. Besucher sehen das ländliche Leben, Wohnen und Wirtschaften, aber auch die Vereins- und Handwerksgeschichte gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Besonders sehenswert sind die alten Vereinsfahnen und ein über 200 Jahre alter Webstuhl mit Neidköpfen, der wieder funktionsfähig gemacht wurde. Die Dokumentation des Denkmals des ersten Ortsherren aus der Familie von Gemmingen, des Generals Eberhard Friedrich, und Objekte zur Schul- und Kirchengeschichte werden ebenfalls ausgestellt. Ein Raum widmet sich dem Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Der Museumshof des Heimatmuseums ist seit 2019 überdacht und bietet mit seinem rustikalen Ambiente für alle Hoffenheimer einen perfekten Platz für kleine Feiern. Der Heimatverein Hoffenheim präsentiert neben dem Heimatmuseum
eine sehr umfangreiche Sammlung antiker Schreibmaschinen im Willi-Heinlein-Schreibmaschinenmuseum. Aus 150 Jahren Schreibmaschinengeschichte werden ca. 200 sehr gut erhaltene und funktionstüchtige Exemplare von der ersten hölzernen Maschine des Erfinders Mitterhofer bis zum Übergang in die digitale Computerwelt gezeigt.

 
Wappen Hoffenheim

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