Die vorwiegend türkischstämmigen Damen beschäftigen sich seit fast einem Jahr regelmäßig mit dem Themenkreis Erziehung und Bildung. Herzensanliegen der aktiven Gruppe ist es, möglichst viele Informationen zu sammeln, für sich selbst nutzbar zu machen und an möglichst viele weitere Betroffene weiterzugeben. Wie kann Erziehung und Bildung zwischen zwei Kulturen gelingen?
Die Gruppe wird mit Projektgeldern des Integrationsministeriums Baden-Württemberg unterstützt, die von der Baden-Württemberg-Stiftung bereitgestellt wurden.
Bürgermeister Achim Keßler nutzte die Gelegenheit, Frau Grünstein in Sinsheim zu begrüßen und sich persönlich ein Bild von der Arbeit der Gruppe zu machen.
Frau Grünstein berichtete vom Aufbau des neuen Integrationsministeriums, das (noch) mit einer geringen finanziellen Ausstattung zurechtkommen muss. Doch im Vordergrund standen die inhaltlichen Themen wie die Bedeutung der Migranten in einer schrumpfenden und älter werdenden Gesellschaft und damit auch der wachsenden Notwendigkeit ihrer guten und gelingenden Integration.
Die beruflichen Einstiegsmöglichkeiten erwachsener Frauen wurden von der Gruppe nachgefragt. Doch ging es auch um die Chancen einer doppelten Staatsangehörigkeit und um eine in der Diskussion befindliche Reform der Einbürgerungsrichtlinien.
Frau Grünstein forderte die Damen zu einem regen Austausch auf, der auch schriftlich und per E-Mail fortgesetzt werden könnte. Die Frauen nutzten die Gelegenheit, viele Fragen zur Arbeitswelt los zu werden. Neben den Zukunftschancen der Kinder kristallisierte sich die eigene berufliche (Wieder-)Eingliederung als wichtigstes Anliegen heraus.
Darüber hinaus brachte Frau Grünstein ihren Respekt vor der Lebensleistung der Teilnehmerinnen zum Ausdruck. Viele der Frauen haben die eigenen Kinder durch Realschule und Gymnasium begleitet, mehrere Studierende sind unter deren Nachwuchs. Noch vor wenigen Jahren waren Kinder mit Migrationshintergrund auf dem Gymnasium eine Seltenheit, langsam wächst ihre Zahl. Die Kinder in ihren Bildungsanstrengungen zu unterstützen und die Deutschkenntnisse möglichst vieler Personen zu verbessern sind die Hauptanliegen der Sinsheimer Integrationsarbeit. Über die Notwendigkeit, diese Anstrengungen noch lange fortzusetzen, waren alle Teilnehmerinnen und der Teilnehmer des Treffens sehr einig.

