35. Amtsgericht, Baujahr 1894 – 96

Von 1894 bis 1896 baute man an der Werderstraße das ehemals großherzoglich-badische Amtsgericht. Der Auftraggeber war damals das Ministerium für Justiz, Kultus und Unterricht. Der Architekt war Julius Koch, Vorstand der Bezirksbauinspektion Heidelberg. Es handelt sich hier um einen großzügigen Bau aus behauenen Natursteinen. Reich verziert ist die Fassade durch schöne Steinmetzarbeiten. Besonders augenfällig sind die Giebel gestaltet. Das Landeswappen mit Krone schmückt das Großherzogliche Amtsgericht. Das Amtsgericht ist ein sehr gutes Beispiel für einen aufwendigen öffentlichen Bau des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts in einer badischen Amtsstadt. Durch die Umstrukturierung der Staatsverwaltung nach der Reichsgründung von 1871 wurden auch in Baden neue Verwaltungsbauten möglich und nötig. Innerhalb der Staatsgebäude zählten Gerichtsgebäude zu den wichtigsten. Ihre Fassaden wurden sehr aufwendig verziert, die Muschelbekrönungen oder Giebel und der Balkon über dem Rundbogenportal bezeugen dies.

