25. Stiftstraße, Stiftshöhe (heute Realschule und Gymnasium)
Hier fand am 16. Juni 1674 das entscheidende Gefecht der großen Schlacht bei Sinsheim während des deutsch-französischen Krieges statt. Die über 10.000 Mann starke französische Armee unter Führung Turennes begann vom Elsenztal aus den Angriff. Die Sinsheimer Bürger hatten die rote Sturmflagge gehisst und verteidigten zusammen mit ca. 7.000 kaiserlich-sächsischen und lothringischen Soldaten unter Führung des Herzogs von Lothringen und des Grafen Caprara, die von Rohrbach anrückten, ihre Stadt. Nach schweren Verlusten gelang es den Franzosen, Sinsheim einzunehmen. Stundenlang wogte die Schlacht auf der Stiftshöhe hin und her, bis am späten Nachmittag die Reichstruppen ihre Stellung aufgaben. Der Vicomte de Turenne hatte einen Pyrrhussieg errungen. Über die Zahl der Toten gibt es unterschiedliche Angaben, von 1.500 bis 4.000. In Paris feierte man die Schlacht bei Sinsheim als großen Sieg und Ludwig XIV. ließ eine Gedenkmünze prägen und ein Gemälde anfertigen, welches heute im Schloss zu Versailles zu besichtigen ist. Ein adäquater Stich und zahlreiche Schlachtfeldfunde sind im Stadt- und Freiheitsmuseum Sinsheim ausgestellt. Am 22. Juni 1849 standen auf der Stiftshöhe die Geschütze der badischen Revolutionsarmee unter dem Befehl des Generaladjutanten Franz Sigel. Dem in Sinsheim geborenen Sigel gelang es, die von Waibstadt heranrückenden Bundestruppen mehrere Stunden aufzuhalten und somit der Armee den Rückzug zu sichern. Mit ca. 4.000 Kämpfern gelang ihm wenig später die Flucht in die neutrale Schweiz.

