19. Haus Stammer, Gerberhaus Schmoll, Baujahr 1744/1778 (Ziegelgasse 2)

Dieses Gebäude gehört zu den ältesten und markantesten der Stadt. Es diente immer wieder als Motiv für Maler. Die Initialen GLS 1778 bezeugen, dass der Rotgerber Georg Leonhard Schmoll im Jahre 1778 das Haus erheblich um- und ausgebaut hat. An den drei aneinander gebauten Häusern sind verschiedenen Jahreszahlen zu erkennen; am Keller des vorderen schmalen Hauses Gerberzeichen und die Jahreszahl 1744, an der Ziegelgasse die Zahl 1758 und an der schönen Rokokotüre mit Türklopfer und Steinmetzzeichen in der kleinen Ziegelgasse die Zahl 1778. Als Oberbauinspektor Wilhelm Wießler um 1900 das Haus kaufte, ließ er die steinerne Treppe abbrechen und an der Vorderseite einen zweistöckigen Balkon anbringen. Bis 1900 betrieben hier die Geschwister Simon einen Krämerladen. Bei Sanierungsarbeiten 1995 fand man einen zweiten Kellerboden aus Steinplatten und Fassböden aus dem frühen 16. Jahrhundert, ein sicheres Indiz dafür, dass hier schon vor dem großen Brand 1689 eine Gerberei ihren Platz hatte. Das Gebäude ist das älteste erhaltene Gerberhaus der Stadt Sinsheim.

