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Voré
„Labyrinth-Fragment“
Standort: Postgarten
Entstanden: 1986 beim Bildhauer-Symposion
Restauriert: Sommer 2006
Material: Sandstein, Corten-Stahl, Gerüststangen
Grundmaße: 550 x 550 cm; Höhe 230 cm
Die Konzeption der Installation beinhaltet mehrere Bedeutungsebenen. Der Betrachter muss sich "einlassen" und es wird ihm Arbeit abverlangt bei der Entschlüsselung.
Konstruktive und destruktive Momente treffen in einer Labyrinth-Baustelle zusammen. Das ursprünglich magische, bis in die Megalith-Kultur reichende Symbol für den menschlichen Lebensweg, der Ort für die spirituelle Initiation und Wiedergeburt bei der Begehung, hat schon eine Verständnis- und Bedeutungsverschiebung zum „Irrgarten" erfahren als eine epochenbedingte Veränderung.
Labyrinth-Fragment von Voré Das Sinsheimer Projekt bezieht die Bedingungen des Lebens mit ein. In der Baustelle als zukunftsorientiertes Zeichen liegen gesägte und behauene Steine, die als Fragmente menschlicher Figuren, als Torsi, identifizierbar sind. Im Dialog mit dem Naturstein sucht der Bildhauer nach der Vermittlung einer ambivalenten Situation: Diese Stücke können einerseits als Vor- oder Zwischenstadium zu einer vollendeten Form verstanden werden, gleichzeitig aber als Sinnbild einer bedrohten, verletzten, sich verletzenden Kreatur. Die Trümmerassoziation hat aktuellen Mahncharakter.
Und die Natur hat sich eingemischt. Efeu baut Mauern und bringt die Erinnerung an barocke „Hecken-Labyrinthe" ins Spiel. Es mildert die spröde Härte des Objekts und mag auf manchen versöhnlich wirken.

