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Eberhard Eckerle
„Kopf-Säule-Tor“
Standort: Hauptstraße / Friedrichstraße
Entstanden: 1986 beim Bildhauer-Symposion
Material: Eisen, geschweißt
Größe: 470cm x 260cm
Auf den ersten Blick ein Fall fürs Denkmalamt: ein Säulenschaft, dem eine Schicht aus Rost die Würde raubt; als Kapitell ein Kopf, der reichlich angeschlagen wirkt. Daneben die Relikte eines Tors mit ramponiertem Bogenlauf. Glanzvollere Zeiten haben die rostigen Ruinen nur in den Wochen des Symposions gesehen. Kurz darauf ist der blanke Stahl von Patina zerfressen, die den antiken Schein als post-modernes Artefakt entlarvt.
„Kopf/Säule/Tor“: wenn ein Künstler – so wie hier – antiken Geist ins Stadtbild zitiert, dann hat er nicht alleine die Vergangenheit im Sinn. Er meint wohl auch die Spannung zwischen Gegenwart und Gestern, die Vergänglichkeit. Der kantige Visierkopf mit dem spitzen Kinn und seinem kahlen Schädel, mit seinen hohlen Augen und dem schartigen Gesicht – das ist kein klassisches Ideal, kein triumphierender Held auf seiner Siegessäule, eher ein anonymes Opfer, das an entrücktem Ort „sein Dasein fristet“ (Eckerle).
Kopf-Säule-Tor von Eberhard EckerleDie Technik besteht darin, das Eisen Stück für Stück - wie in einem Puzzlespiel - aneinander zu brennen bis die vom Künstler gewollte Form entsteht. Der Kopf ist also kein massiver Kern, sondern Schale, Hülle oder Panzer. Dieser „martialische Prozess“, aus anfänglich zwei Plättchen Stahl nach und nach eine ganze Masse zu erzeugen, erfordert neben plastischem Vorstellungsvermögen auch körperliche Kondition. Rund sechzig Kilogramm Schweißdraht wurden für das Sinsheimer Projekt verbraucht.

