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Stadtrundgang Hilsbach
1998 feierte die ehemalige "Amtsstadt" ihr 1200-jähriges Bestehen. Ein ausgeschildeter Stadtrundgang führt den Gast durch die romantischen Gassen der Altstadt zu den Sehenswürdigkeiten. Hilsbach liegt an der Weinstraße "Kraichgau-Stromberg".
Durch den mittelalterlichen Stadtkern von Hilsbach werden Führungen angeboten.
Hier erhalten Sie mehr Informationen zu den Führungen.
Rundgang zu den wichtigsten Gebäuden
1. Amtskellerei
Verwaltungsgebäude der kurpfälzischen Kellerei. Errichtet 1732/33 (Jahreszahl am Fuß der Marienfigur). Ab 1808 Rentamt der Fürsten von Leiningen. Nach Verkauf an die Stadt seit 1840 Schulhaus. Seit 1982 Verwaltungsstelle mit Räumen der Vereine. Der Wappenstein stammt vom benachbarten Gebäude des Deutschen Ordens und erinnert an dessen Bauherrn, Hochmeister Clemens August von Bayern (amt. 1732 - 1761).
2. Schulhaus
1914 nach Plan des Bezirksbaukontrolleurs Josef Huber als Volksschule errichtet, bis 1981 genutzt. Im Keller seit 1925 Kochschule.
3. Wachthaus
Das noch 1808 als "Blockhaus" beschriebene Gebäude wurde 1823 renoviert und umgebaut. Neben dem ehemaligen Obertor diente es ursprünglich zum Einzug von Wegezoll und Steuern, später zur Unterbringung der Nachtwächter und Stundenbläser. Zeitweise auch als Polizeidienststelle mit Ortsarrest und Wohnung des Polizeidieners, sowie Freibanklokal. Davor stand zeitweise die Tabakwaage.
4. Rathaus
1893 an Stelle des alten, baufälligen Rathauses nach Plan von Architekt Wilhelm Dick aus Hoffenheim errichtet. Bis 1957 Türmchen mit Glocke. Seit dem Umzug der Verwaltung 1982 ist hier das evangelische Gemeindehaus untergebracht.
5. Kurpfälzische Kellerei und Zehntscheune
1521 errichtet, nachdem die Kurpfalz 1516/17 den Steinsberg, Weiler, die Höfe Birkenau und Buchenau mit den Herren von Venningen gegen Hilsbach getauscht hatten. Nur noch Keller und Treppenturm erhalten. Zum Einzugsgebiet der Kellerei gehörten hauptsächlich: Elsenz, Kirchardt, Reihen, Richen, Schluchtern, Sinsheim, Stebbach, Steinsfurt und Streichenberg.
6. Stadtmauer
1310 wird Hilsbach erstmals als Stadt bezeichnet. Länge der Mauer ca. 250 x 200 Meter. Noch 1806 gab es fünf Türme, davon zwei Tortürme. Ca.1822 wurde das Obertor abgerissen. Der Zentturm an der südöstlichen Ecke der Stadt ist in ein Wohnhaus integriert.
7. Linde
An der Stelle einer im 18. Jh. erwähnten Linde, vermutlich 1805 gepflanzt. Den charakteristischen Ästekranz fügte der Hilsbacher Baumwart Reichensberger hinzu. 1895 25 m hoch. Seit 1939 Naturdenkmal. Oberhalb der Linde stand an der Mettengasse das Untertor.
8. Stelle der ehemaligen Synagoge
Im Speicher des Vorgängerbaus, eines einstöckigen Wohnhauses mit Satteldach, wurde 1814 die Synagoge eingerichtet. Im Keller befand sich das Frauenbad. 1877 wurde die jüdische Gemeinde wegen zu geringer Mitgliederzahl zur Sinsheimer Synagoge gepfarrt. Die Häuser in der Umgebung nannte man Judenviertel.
9. Schulhaus der reformierten Gemeinde
Das auf einem Felsen errichtete, vierstöckige Gebäude diente seit dem späten 16 Jh. als reformiertes Schulhaus.
Ab 1708 Wohnhaus des katholischen Pfarrers, ehe 1843 in der Marktstraße 13 ein neues katholisches Pfarrhaus errichtet wurde. Das Gebäude musste im Jahr 2009 abgerissen werden.
10. Michaelskirche
Gotischer Chor um 1300 erbaut. Kirche zuerst 1367 erwähnt, bis 1509 (Jahreszahl am Westportal) vollendet. Hilsbach gehörte zum Bistum Worms. 1667 stürzte der Bau mit Ausnahme des Chors ein, bis 1685 (Jahreszahlen an der südlichen Tür und am Turm) war er neu errichtet. Dabei wurde das Seitenschiff nach Süden erweitert und infolge dessen der Friedhof östlich vor die Stadtmauer verlegt. 1686 wurde die Empore eingezogen. Für die Unterhaltung des Langhauses war die Pfälzische Geistliche Administration zuständig, für Chor und Altar infolge Patronatsrecht und Zehnteinkünften der Deutschen Orden, für den Turm mit Uhr und Glocken sowie die Empore die Stadt. Ab 1705 als Simultankirche genutzt; der Chor gehörte den Katholiken, das Schiff den Reformierten. Erst seit dem Bau der katholischen Kirche (1951) rein evangelische Kirche. Im Innern spätmittelalterliche Grabsteine des 15. und 16. Jahrhunderts.
11. Speyerer Elle
Nach der Kirchenerweiterung 1685 wurde es nötig, den Kirchhof vor die Stadtmauer zu verlegen. Dadurch wurde der Platz um die Kirche für Jahrmärkte frei, bei der die Speyerer Elle (55,4 cm) als Maßeinheit diente. 1572 fanden die Märkte an den Gedenktagen von Johannes dem Täufer (24. Juni), des Erzengels Michael (29. September) und der Heiligen Elisabeth (29. November) statt, im 19. Jh. am Ostermontag, an Peter und Paul (29. Juni) und der Kirchweihe (Festtag des Kirchenpatrons, Erzengel Michael, am 29. September).
12. Reformiertes Pfarrhaus
1744 vom Deutschen Orden errichtet, der infolge Patronatsrechts und damit verbundener Zehnteinkünfte für die Unterhaltung des Pfarrhauses zuständig war. Nach der Kirchenunion 1821 wohnte darin der evangelische Pfarrer, ehe 1906/07 an der Marktstraße 11 ein neues Pfarrhaus nach Plan von Paul Schultze-Naumburg gebaut wurde.

